Thema:

Rolle und Umgang mit Unsicherheit bei der Auswahl und Bewertung von Innovationsideen in der dt. Automobil- und zulieferindustrie
Bearbeiter:

Dipl.-Ing. oec. Jürgen Sandau
Betreuer:

Prof. Dr. Cornelius Herstatt
Ort:



Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Technologie- und Innovationsmanagement
Problembereich:

Verschiedene Studien zeigen, dass gut die Hälfte aller Produktideen in die Entwicklungsphase gelangen, jedoch weniger als 15% zum Markterfolg werden - mikro- wie makroökonomisch eine enorme Ressourcenverschwendung. Um den Innovationserfolg zu maximieren, konzentrieren sich viele Unternehmen beim Management von Innovationen v.a. auf die Beantwortung der Frage nach dem optimalen (Entwicklungs-)Prozess und weniger auf die Frage nach der Auswahl des richtigen Produkts.
Hohe Misserfolgsquoten und die Konzentration auf die mittleren bis späten Phasen des Innovationsprozesses gelten insbesondere für die stark technologisch geprägte Automobilindustrie, die zudem verstärkt auf differenzierende Innovationen angewiesen ist. Die Entwicklungszyklen sind lang, der Forschungsaufwand immens, die Flopquoten hoch. Auch scheint hier die Auswahl und frühzeitige Bewertung der Innovationsideen schwierig zu sein – nicht zuletzt aufgrund der langen Entwicklungsvorlaufzeiten und der sich zunehmend wandelnden Rollenverteilung in der Wertschöpfungskette zwischen OEM und Zulieferer.
Die hohe Unsicherheitssituation in den frühen Phasen des Innovationsmanagements (Ideengenerierung und –bewertung) könnte hierbei eine entscheidende Rolle zu spielen. Doch großzahlige empirische Studien, die Aufschluss geben über den Bewertungs- und Auswahlprozess von Innovationsvorhaben in dieser Industrie liegen bis dato nicht vor. Auch können bislang nur Vermutungen angestellt werden, welche Rolle eine Reduzierung der Unsicherheit im Vorfeld der Auswahlentscheidung in der Unternehmenspraxis spielt und wie effektiv die verwendeten Verfahren sind.
Ziel:

Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist es daher, mehr über den Ideenauswahl- und Bewertungsprozess in der Automobil- und Zulieferindustrie zu erfahren und auftretende „Unsicherheitsprofile“ zu analysieren. Insbesondere soll erforscht werden, inwieweit der Bewertungs- und Auswahlprozess in der Unternehmenspraxis der effektiven Reduzierung der Unsicherheit dient und inwiefern eine solche Unsicherheitsreduktion in der Praxis überhaupt als notwendige Voraussetzung für eine Auswahlentscheidung erachtet wird. Auch soll untersucht werden, ob Innovationsgrad und/oder die vorhandenen Unternehmensressourcen hierbei differenzierende Kontingenzvariablen darstellen.
Die Ergebnisse der Untersuchung sollen nicht nur einem verbesserten Verständnis der aktuellen Situation in der Automobil- und Zulieferindustrie in Bezug auf die verwendeten Bewertungs- und Auswahlmechanismen dienen und hierbei die praktische Relevanz der Unsicherheitsproblematik im „Fuzzy Front End“ des Innovationsprozesses aufzeigen, sondern auch helfen, die Methodik für spezifische Unsicherheitskonstellationen bzw. -profile im Hinblick auf deren Minimierung zu optimieren.
Methode:

Experteninterviews (explorativ), großzahlige quantitative Empirie (explanatorisch/konfirmativ), Auswertung u.a. mit Hilfe von Cluster- und Faktorenanalysen
Stand des Projektes:

Endphase
Geplantes Projektende:

März 2006
Keywords:

Effektivität von Innovationsprozessen, Forschungsprojekte, Auswahl von, Zulieferunternehmen
© 2004 Kommission für Technologie- und Innovationsmanagement