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Stetig steigende Entwicklungskosten stellen für KMU ein Finanzierungsproblem und somit ein starkes Innovationshemmnis für viele Unternehmen dar. Um diese Kosten langfristig realisieren zu können müssen KMU ihre F&E Rendite steigern, wofür die externe Technologieverwertung eine Option darstellt, die bisher von nur wenigen Unternehmen genutzt wird. Die externe Technologievermarktung, die in das Themengebiet des IP Managements fällt ist darüber direkt mit der Finanzierung von Innovationen verknüpft.
Über die Größenordnung von bisher ungenutzen Umsatzpotentialen durch eine externe Verwertung in Deutschland gibt es bisher nur grobe Schätzungen, die aber die Dimensionen eindrucksvoll verdeutlichen. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IDW) Köln aus dem Jahr 2006 hat ermittelt, dass immerhin jedes zweite patentierende Unternehmen (50,1%) über ungenutzte Patente verfügt und insgesamt jedes vierte Deutsche Patent (24,6%) bislang nicht genutzt wird. Für den aktuellen Bestand von knapp 400.000 Patenten in Deutschland ergeben sich damit in etwa 100.000 ungenutzte Patente. Von diesen bislang ungenutzten Patenten ermittelt die Studie einen Anteil von 55,8% für Patente die „unmittelbar umsetzungsreif“ sind und entsprechend ein konkretes Umsatzpotential bergen.
Die Untersuchung des IDW zu der Wertverteilung dieser ungenutzten Patente ergab einen durchschnittlichen Wert von etwa 150.000€ pro Patent. Wird dieser Durchschnittswert mit der Zahl der ungenutzen aber „unmittelbar umsetzungsreifen“ Patenten multipliziert ergibt sich für deutsche Unternehmen ein zusätzliches Umsatzpotential in Höhe von 8,3 Milliarden Euro resultierend aus der bislang ausbleibenden Verwertung ungenutzter und umsetzungsreifer Technologien bzw. Patente.
Dennoch sind derzeit die Technologiemärkte, auf denen sich die externe Verwertung abspielt, noch durch hohe Intransparenz, Ineffizienzen und letztlich hohe Transaktionskosten gekennzeichnet. Um diese Probleme zu beseitigen und das große Potential zu erschließen dass den Tecnologiemärkten prognostiziert wird, sind in den vergangen Jahren verschiedenste Modelle entstanden um - über rechtliche Dienstleistungen von Patentanwaltskanzleien hinausgehend. Beispielhaft zu nennen sind Patentauktionen (z.B. bereits mehrfach in den USA durchgeführt durch das auf Patente spezialisierte Auktionshaus OceanTomo; in Deutschland für Mai 2007 geplant durch die IP Auction GmbH), Patentfonds (z.B. „Patent Select I“ aufgelegt von der Deutschen Bank; „Patent Invest“ aufgelegt durch die Credit Suisse mit einem Volumen von 20 Mio.€ ), oder auch online Technologiebörsen (z.B. Innovationsmarkt.de, Yet2.com). Diese neuartigen Modelle werden den Technologiehandel forcieren und Unternehmen bei geringem eigenem Ressourcenaufwand den Zugang zu internationalen Technologiemärkten erleichtern. Ziel des Forschungsprojektes ist es diese Mechanismen näher zu verstehen und daraus Empfehlungen für zukünftige Entwicklungen abzuleiten.  |