Thema:

Users as source for Service Innovations / Understanding characteristics of innovative Service Users
Bearbeiter:

Dipl.-Ing. oec. Florian Skiba M.Sc.
Betreuer:

Prof. Dr. Cornelius Herstatt
Ort:



Technische Universität Hamburg Harburg, Institut für Technologie- und Innovationsmanagement
Problembereich:

Eine gezielte Innovationsorientierung bietet Dienstleistungsunternehmen erhebliche Vorteile, sich in einem verschärften Wettbewerb im Konkurrenzfeld zu positionieren und zu profilieren. Um das Misserfolgsrisiko für Innovationen zu senken, ist es hilfreich, die zukünftigen Bedürfnisse der Kunden zu prognostizieren und in innovative Produkte sowie Dienstleistungen zu übersetzen.

Radikale Innovationen, die gegenüber inkrementellen Innovationen nachhaltige Wettbewerbsvorteile versprechen, basieren jedoch häufig nicht auf der Einbindung aller Kunden. In Hinblick auf radikale Innovationen disqualifiziert ein häufig unzureichendes Vorstellungs- und Abstraktionsvermögen des Kunden, das aber gerade für die Generierung völlig neuer Innovationsideen notwendig ist, das Gros der Kunden als Ideenlieferanten.
Abgesehen von Lead-User-Anwendern werden völlig neue Merkmale von (Dienst-)Leistungen oft von den Kunden kritisch beurteilt, weil sie den damit verbundenen Nutzen nicht abschätzen können. Gerade bei Dienstleistungen, die immateriell sind, tritt dieses Problem in den Vordergrund.

Lead-User hingegen sind Kunden, die sich in fortschrittlichen Nutzungssituationen befinden und daher schon heute die Bedürfnisse verspüren, die sich erst morgen auf dem Markt durchsetzen werden. Ihre Identifikation und Einbindung in den Innovationsprozess erhöht die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Markterfolges.
Ausgehend von Arbeiten von Prof. Erich von Hippel vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) beleuchten multiple Arbeiten über Sachgüterinnovation die Charakteristika von Anwender als Quelle radikaler Innovationen und legen damit den Grundstein für eine gezielte Auswahl und Einbindung dieser Kunden.

Für den Dienstleistungssektor, dem gerade in reifen Industrienationen eine immer stärkere Bedeutung zukommt, fehlen jedoch bislang jegliche Untersuchungen zu Eigenschaftsprofilen radikal innovativer Anwender.

Ziel:

Das Forschungsprojekt konzentriert sich auf die Identifikation von Charakteristika (sozio-demographische Merkmale, Einstellungen, Know-How, Erfahrungen), die deutlich zwischen "normalen" Dienstleistungsanwendern und Lead Usern unterscheiden. Ziel ist die Erstellung von Eigenschaftsprofilen, welche als "Steckbrief" die Suche nach diesen innovativen Kunden als Quelle radikaler Innovationen in der betrieblichen Innovationspraxis von Dienstleistungsanbietern ermöglichen soll.
Stand des Projektes:

Ein Fragebogen zur Erhebung von Daten zur gelebten Praxis der Nutzerintegration im Dienstleistungssektor wurde an ca. 3.000 Dienstleistungsunternehmen in Deutschland versendet.
Geplantes Projektende:

Ende 2008
Keywords:

Ideenfindung, Innovation(s)-marketing, radikale Innovation
© 2004 Kommission für Technologie- und Innovationsmanagement