Thema:

Wissensmanagement nach der konstruktivistischen Wende -
Die "Doppelte Dualität von Wissen" in Organisationen und die Frage strategischer Wettbewerbsvorteile durch Wissen
Bearbeiter:

Andrea Fried
Betreuer:

Prof. Dr. Dr. Manfred F. Moldaschl
Ort:



TU Chemnitz
Problembereich:

Im Rahmen meiner Promotion setze ich mich mit dem betriebswirtschaftlichen Konzept des Wissensmanagements, seinen impliziten Annahmen über das organisationale Wissen und dessen Auswirkungen aus einer organisationstheoretischen Perspektive auseinander. Ausgangspunkt ist dabei die Kritik, dass in Ansätzen des Wissensmanagements häufig von einem entitativen Charakter des Wissens in Organisationen ausgegangen wird. Dies ist zumeist durch eine weitgehende Reduktion des Wissensmanagements auf den Einsatz von Informationstechnologien bedingt, so dass auch der Prozess der organisationalen Wissensgenerierung in einem weitgehend technizistischen Verständnis als "1:1-Transfer" zwischen Organisationsmitgliedern aufgefasst wird.
Dass dies aber eine wenig zielführende Beschreibung der menschlichen Wissensgenerierung ist, wird letztlich als Anlass für ein sozialkonstruktivistisches Modell des Wissens und der Wissensgenerierung in Organisationen gesehen. Die Leistung dieser Arbeit besteht daher darin, mit dem Modell der 'Doppelten Dualität von Wissen' in Organisationen einer sozialkonstruktivistischen Sicht auf das organisationale Wissen bis hin zur Beschreibung des Prozesses der Wissensgenerierung in Organisationen konsequent gerecht zu werden. Wissen wird in diesem Modell nicht allein wie in einem radikal konstruktivistischen Verständnis kognitiv verortet, vielmehr wird auch seine organisationale Dimension über die Verknüpfung mit strukturationstheoretischen Überlegungen deutlich. 'Wissensmanagement nach der konstruktivistischen Wende' bedeutet damit auch die indirekt die Aufforderung an Forschende, Wissensmanagement als Wissensforschung aufzufassen.
Darüber hinaus wird organisationales Wissen in der Diskussion des Wissensmanagements als strategische Ressource thematisiert. In der kritischen Reflexion der 'Resource-based view of the firm' wird herausgearbeitet, dass diese zwar mit einem ähnlichen Wissensbegriff argumentiert - eine konkrete Auseinandersetzung mit dem Organisationalen am Wissen und eine Beschreibung des Prozesses der Wissensgenerierung in Organisationen jedoch bislang offen bleibt. Das 'Modell der Doppelten Dualität von Wissen' in Organisationen kann damit zur Fundierung der 'Resource-based view of the firm' einen enormen Beitrag leisten und verdeutlichen, warum eine Annäherung beider Theorieströmungen sinnvoll ist.
Die Fähigkeit eines Unternehmens, Wissen zu managen und in gewinnversprechende Produkte und Dienstleistungen umzusetzen, wird zunehmend zum kritischen Erfolgsfaktor unserer Zeit. Aus dieser Erkenntnis heraus haben sich in der Arbeitsgruppe Wissensmanagement Wissenschaftler (vor allem Doktoranden) unterschiedlicher Fachrichtungen zusammengefunden, um Wege zum Umgang und zum Verständnis der Ressource Wissen zu beleuchten.
Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe treffen sich in regelmäßigen Abständen, um neueste Forschungsergebnisse vorzustellen und zu diskutieren. Auf der Homepage finden sich Kontaktadressen, Papers zum Wissensmanagement von Teilnehmenden, interessante Links und WMK-News u.a. zu nächsten Treffen.
Geplantes Projektende:

im Januar 2003 abgeschlossen
Keywords:

F&E-Strategie, Wissensmanagement
© 2004 Kommission für Technologie- und Innovationsmanagement