Thema:

Situiertes Lernen in der industriellen Praxis
Bearbeiter:

Klaus-Peter Schulz
Betreuer:

Prof. Dr. Dr. Manfred F. Moldaschl
Ort:



TU Chemnitz
Problembereich:

Ausgehend vom Vergleich paradigmatischer Positionen zum Thema Lernen, bedeutet Wissensgenerierung aus praxeologischer/handlungstheoretischer Sicht "berechtigtes Hineinwachsen" in reale Situationen. Die Vertreter handlungstheoretischer Lerntheorien nennen dies bspw. "activity based learning" (Engeström) oder "Legitimate Peripheral Participation" (Lave). Entscheidend bei diesen Ansätzen ist die Berücksichtigung des Handelns im Kontext (sachliches und soziales Umfeld).
In der Anwendung stellt sich die Frage, wie "Lernen" in der betrieblichen Praxis auf Basis der Theorie situierten Lernens gestaltet werden kann. Dies betrifft beispielsweise betriebliche Fortbildung in operativen Bereichen, die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und die Implementierung neuer Technologien. Neben der Betrachtung wie der Einzelne lernt, ist ebenfalls von Bedeutung, wie sich die Organisation durch veränderte Anschauungen und Meinungen einzelner verändert, indem sich die anderen Organisationsmitglieder in ihrer Tätigkeit hinterfragen lassen.
Auf Basis der Theorie des situierten Lernens wurde eine erlebnisorientierte Prozessrallye für ein Großunternehmen der chemischen Industrie entwickelt. Die Durchführung und Weiterentwicklung der Rallye bildet die Grundlage für eine empirische Untersuchung, die der Fragestellung nachgeht, welche Auswirkungen die Durchführung der Maßnahme auf das Wissen der Mitglieder in der Organisation, und die Organisation als solche hat. Dieser gleichzeitige Reflexionsprozess bildet auch gemäß der Theorie des "berechtigten Hineinwachsens" nach Lave die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Rallye.
Keywords:

Lernen, Wissensmanagement
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