Thema:

Interaktive Innovationstheorien - Nachhaltigkeitsinnovationen zwischen Unternehmertum und kontextueller Dynamik
Bearbeiter:

Dr. Klaus Fichter
Betreuer:

Prof. Dr. Reinhard Priem
Ort:



Universität Oldenburg
Problembereich:

In den zurückliegenden Dekaden haben sich die Innovationsbedingungen maßgeblich verändert. Die Entstehung und Realisierung von Prozess-, Produkt-, Service- und Systeminnovationen finden heute im Umfeld gestiegener Dynamik und Komplexität statt. Das bestimmende Merkmal von Innovationsprozessen ist Nicht-Wissen und Unsicherheit. Die genuine Ungewissheit zeigt sich an solchen Innovationen in besonderer Weise, die sich nicht nur am Markt durchsetzen, sondern auch negative externe Effekte vermeiden und einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development) leisten sollen.
Ein proaktives nachhaltigkeitsorientiertes Innovationsmanagement stellt besondere Anforderungen an die visionäre Kraft von Unternehmen, die erfolgsstrategische Früherkennung, die Komplexität von Lebenszyklus- und Systembetrachtungen, die Abschätzung ökologoischer und sozialer (Neben-) Folgen, die Stakeholderintegration und den Umgang mit auftauchenden Konflikten zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielsetzungen. Die gestiegene Dynamik und Komplexität gelten für Innovationen generell, sie sind allerdings bei Nachhaltigkeitsinnovationen besonders ausgeprägt. Aus handlungstheoretischer Sicht spielen für die Bewältigung von Nicht-Wissen und Unsicherheit kooperative und reflexive Institutionen eine zentrale Rolle. Damit rücken Innovationskooperationen und Akteursinteraktionen in den Mittelpunkt der Betrachtung
Ziel:

Erkenntnisgegenstand der Habilitation sind Nachhaltigkeitsinnovationen, und zwar in ihrer Rolle als jener Innovationstypus, der die zukünftigen Anforderungen und Bedingungen von Innovation auf pointierte Weise abbildet. Die Leitfrage der Arbeit lautet: Wie lässt sich die Entstehung und Durchsetzung von Nachhaltigkeitsinnovationen erklären?
Mit der Erklärung von Nachhaltigkeitsinnovationen sollen zum einen spezifische Erkenntnisse über diesen Innovationstyp generiert, insbesondere aber verallgemeinerungsfähige Erkenntnisse über die Entstehung und Durchsetzung von Innovationen entwickelt werden. Im Mittelpunkt der Habilitation stehen damit Theorien und Modelle zur Erklärung der Entstehung und Durchsetzung von Innovation. Mit Blick auf die Gestaltungsoptionen des betrieblichen Innovationsmanagements spielt die Frage nach den endogenen Innovationspotenzialen von Unternehmen und ihrem Wechselspiel mit exogenen Faktoren eine besondere Rolle.
Methode:

- Explorative Untersuchung von 68 Praxisbeispielen auf Merkmale und Determinanten des Innovationsprozesses bei Nachhaltigkeitsinnovationen
- Aufarbeitung der Innovationsprozessforschung
- Auswertung verschiedener Theoriestränge (Evolutorische Ökonomik, Strukturationstheorie, Kognitive Strategieforschung)
- Weiterentwicklung einer interaktiven Innovationstheorie
- Implikationen für ein nachhaltiges Innovationsmanagement
Stand des Projektes:

Laufend
(vorläufige) Ergebnisse:

vgl. Fichter, K., (2002): Interaktive Innovationsmodelle, in: UmweltWirtschaftsForum, 10. Jg., Heft 3, September 2002, S. 18-23
Geplantes Projektende:

Okt. 2003
Keywords:

Innovation(s)-prozess, Komplexität, Sustainable Development
© 2004 Kommission für Technologie- und Innovationsmanagement